REDESIGNING THE LUEGER STATUE SITE
transforming it into a MONUMENT AGAINST ANTI-SEMITISM AND RACISM IN AUSTRIA

Umgestaltung des Lueger-Denkmals
in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Wien und Österreich

http://luegerplatz.com
Open Call

PRESS REACTIONS/PRESSE AUSZÜGE


Häupl für erklärende Tafel bei Lueger-Denkmal, Der Standard, 18. Dezember 2009

Eine Umgestaltung des Denkmals lehnt er ab
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl kann sich vorstellen, dass es eine "erklärende Auseinandersetzung" mit dem 1926 enthüllten Denkmal für den früheren Wiener Bürgermeister Karl Lueger geben wird. Dies könnte etwa in Form einer Tafel geschehen, die bei der Statue angebracht wird. Das sagte Häupl am Freitag in der Fragestunde des Gemeinderates.
Es stehe außer Zweifel, dass Lueger dem politischen Antisemitismus gehuldigt habe, betonte der Bürgermeister. Eine Umgestaltung des Denkmals, das sich am Lueger-Platz in der City befindet, lehnte Häupl hingegen ab. Gewünscht wird eine solche von einer Initiative der Universität für angewandten Kunst, die einen internationalen Wettbewerb ausgelobt hat. Dieser hat die Umwandlung der Lueger-Erinnerungsstätte in ein "Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich" zum Ziel.

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Gesamter Bericht: http://derstandard.at/1259282248823/Haeupl-fuer-erklaerende-Tafel-bei-Lueger-Denkmal

Korrekturversuch
, Profil, 14.12.09


 

Liebe Not mit der Historie
, KLEINE ZEITUNG 13.12.09




Ein Denkmal soll Mahnmal werden, Kurier, 10.12.09


 

 Lueger: Mahn- statt Denkmal, Wiener Zeitung, 10.12.09

Elise Richter statt Karl Lueger,
Augustin, 10.12.09

 

Angewandte will Lueger-Statue umgestalten, ORF 9.12.2009

Die Universität für angewandte Kunst hat einen internationalen Wettbewerb zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals in der City in ein Mahnmal gegen Antisemitismus ausgelobt. FPÖ und ÖVP lehnen die Idee ab, die Grünen sind dafür.

"Das Thema Lueger ist in Wien kein neues", sagte der Rektor der Angewandten, Gerald Bast. Er erinnerte damit an vergangene Debatten über die Umbenennungen des Dr.-Karl-Lueger-Rings bzw. -Platzes.

Auf dem nach dem ehemaligen Wiener Bürgermeister benannten Platz beim Stubentor befindet sich auch das Denkmal. Man wolle nun einen betont künstlerischen Diskurs starten, bei dem es nicht um eine Demontage oder Zerstörung der Statue gehe, so Bast.

Studierende schlossen sich zu einem Arbeitskreis zusammen, der einen internationalen Wettbewerb auslobte. Gesucht werden Vorschläge, wie die 1926 enthülllte Erinnerungsstätte an Lueger zu einem Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich umgestaltet werden kann.

Projekte können bis 1. März 2010 eingereicht werden. Bis Ende März soll eine Jury, der neben Bast unter anderen der Schriftsteller Doron Rabinovici und die Künstlerin Lisl Ponger angehören, den Sieger ermitteln. Danach solle sich der Arbeitskreis für die Umsetzung einsetzen, so Initiator Martin Krenn [...]

"Antisemitismus als politisches Kalkül"

Das jetzige Denkmal heroisiere Lueger, hieß es bei der Präsentation der Aktion am Mittwoch. Es werde jedoch verschwiegen, "dass er das Amt aufgrund seiner populistischen und antisemitischen Hetze erreicht hat". Bei Vorschlägen zur Umgestaltung können laut den Einreichkriterien neben historischen Umständen auch Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden.

Die Historikerin Heidemarie Uhl gehört neben Robert Schindel, Barbara Albert und Isolde Charim dem Unterstützungskomitee der Aktion an. Sie verwies darauf, dass der 1844 geborene Lueger "Antisemitismus als politisches Kalkül" eingesetzt habe.

Zudem habe der Gründer der Christlichsozialen Partei, der von 1897 bis zu seinem Tod 1910 Wiener Bürgermeister war, das Mittel der Ausgrenzung salonfähig gemacht.

Grüne wollen auch andere Straße umbenennen.
Grüne: Platz soll auch umbenannt werden

"Wir unterstützen den Wettbewerb der Angewandten für eine Umgestaltung des Lueger-Denkmals. Wir regen seit Jahren an, auch den Lueger-Ring und den Lueger Platz umzubenennen", so die Kultursprecherin der Grünen Wien, Marie Ringler.
Lueger sei Antisemit und damit ein Wegbereiter des Nationalsozialimus. "Leider ist Lueger nicht der einzige Antisemit, nach dem eine Gasse in Wien benannt ist. Auch die Stauracz-Gasse im 5. Bezirk ist immer noch nach dem Antisemiten Franz Stauracz benannt", so Ringler.
Leistung des Bürgermeisters Lueger nicht schmälern.

FPÖ: Hände weg vom Denkmal

Die FPÖ sprach sich in einer Aussendung gegen eine Umgestaltung des Denkmals aus und sprach von einer "ideologisch motivierten Denkmalstürmerei". FPÖ-Abgeordnete Veronika Matiasek forderte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auf, einzuschreiten.

"Das im Jahre 1926 zu Ehren Luegers errichtete Denkmal sei aus seiner Zeit heraus zu verstehen und müsse in dieser Form auch weiter bestehen bleiben", hieß es in der Aussendung. Lueger habe als Bürgermeister Wiens unglaublich viel geleistet. Dies sei auch von politisch Andersdenkenden so zu akzeptieren.

Um Entwicklung der Stadt verdient gemacht.

ÖVP: "Kein adäquates Mittel"

"Der Antisemitismus Luegers ist selbstverständlich eindeutig klar und entschieden zu verurteilen und abzulehnen. Zweifellos hat er sich aber als großer Bürgermeister auch um die Entwicklung der Stadt Wien verdient gemacht", so ÖVP-Wien- Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf.

Die Umgestaltung des Lueger-Denkmals sei aber kein adäquates Mittel, den Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts mit Totalitarismus und Holocaust gerecht zu werden. Aufklärende Informationen bei entsprechenden Denkmälern wären für das Geschichtsbewusstsein der Stadt wesentlich zielführender, so Wolf.

Gesamter Bericht: http://wien.orf.at/stories/408595/
 

Lueger-Denkmal: "Schein­heilige Fassade einreißen", Der Standard, 9.10.2009

"Open Call" zur Umgestaltung des Monuments in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus

Wien - Das Schema einer Abrissbirne überlagert das Denkmal für Karl Lueger, von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien. Mit diesem Plakatmotiv startet ein Arbeitskreis der Wiener Universität für angewandte Kunst einen internationalen Wettbewerb zur Umgestaltung des 1926 enthüllten Monuments in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich. "Die Abrissbirne steht nicht für das Abreißen, sondern für das Einreißen der verklärenden Hülle", so Lilly Panholzer, eine der im Arbeitskreis vertretenen Studentinnen, anlässlich der Präsentation des "Open Call", der ab sofort bis 1. März 2010 läuft. Initiator Martin Krenn: "Das ganze Projekt soll ein Anstoss für eine Diskussion sein.

"Vergangenheit lässt sich nicht ausradieren"
"Das Lueger-Denkmal hat noch immer eine Bedeutung", betonte die Historikerin Heidemarie Uhl. Lueger, auf den unter anderem der Ausspruch "Wer a Jud ist betimm i!" zurückgeht, habe Antisemitismus aus politischem Kalkül eingesetzt und einen politisch radikalen Diskurs salonfähig gemacht. "Die Vergangenheit lässt sich nicht ausradieren, eine Auseinandersetzung ist notwendig", erklärte die Kunsthistorikerin Verena Krieger beim "Open Call"-Start. Eine mögliche Form dafür sei es, wie bei einem Palimpsest "neue Bedeutungsschichten hinzuzufügen, ohne die alten auszuradieren". "Die Kreativität soll zeigen, was sie kann", so Uhl.

Ein wesentlicher Bestandteil der Initiative zur Denkmalsumgestaltung ist laut Krenn die in deutsch und englisch gehaltene Website www.luegerplatz.com, auf der sich nicht nur Details zur Einreichung, sondern auch zu Lueger und seiner Rolle als Wegbereiter des Antisemitismus finden. Mit dem Projekt sollen neben Künstlern auch Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen sowie Schulen erreicht werden. Die eingereichten Entwürfe werden Ende März 2010 von einer internationalen Jury, der unter anderem die Historikerin Eva Blimlinger, die Künstlerin Lisl Ponger, Angewandte-Direktor Gerald Bast und Schriftsteller Doron Rabinovici angehören, begutachtet und anschließend in einer Ausstellung und einem Projektkatalog präsentiert. Hinsichtlich des siegreichen Entwurfes will sich der Arbeitskreis für eine Umsetzung einsetzen.
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Gesamter Bericht: http://derstandard.at/1259281488401/Kunst-Wettbewerb-Lueger-Denkmal-Scheinheilige-Fassade-einreissen