|
REDESIGNING THE
LUEGER STATUE SITE Eine Umgestaltung des Denkmals lehnt er ab Angewandte will Lueger-Statue umgestalten, ORF 9.12.2009 Auf dem nach dem ehemaligen Wiener Bürgermeister benannten Platz beim Stubentor befindet sich auch das Denkmal. Man wolle nun einen betont künstlerischen Diskurs starten, bei dem es nicht um eine Demontage oder Zerstörung der Statue gehe, so Bast. Studierende schlossen sich zu einem Arbeitskreis zusammen, der einen internationalen Wettbewerb auslobte. Gesucht werden Vorschläge, wie die 1926 enthülllte Erinnerungsstätte an Lueger zu einem Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in Österreich umgestaltet werden kann. Projekte können bis 1. März 2010 eingereicht werden. Bis Ende März soll eine Jury, der neben Bast unter anderen der Schriftsteller Doron Rabinovici und die Künstlerin Lisl Ponger angehören, den Sieger ermitteln. Danach solle sich der Arbeitskreis für die Umsetzung einsetzen, so Initiator Martin Krenn [...] "Antisemitismus als politisches Kalkül" Das jetzige Denkmal heroisiere Lueger, hieß es bei der Präsentation der Aktion am Mittwoch. Es werde jedoch verschwiegen, "dass er das Amt aufgrund seiner populistischen und antisemitischen Hetze erreicht hat". Bei Vorschlägen zur Umgestaltung können laut den Einreichkriterien neben historischen Umständen auch Bezüge zur Gegenwart hergestellt werden. Die Historikerin Heidemarie Uhl gehört neben Robert Schindel, Barbara Albert und Isolde Charim dem Unterstützungskomitee der Aktion an. Sie verwies darauf, dass der 1844 geborene Lueger "Antisemitismus als politisches Kalkül" eingesetzt habe. Zudem habe der Gründer der Christlichsozialen Partei, der von 1897 bis zu seinem Tod 1910 Wiener Bürgermeister war, das Mittel der Ausgrenzung salonfähig gemacht. Grüne wollen auch andere Straße umbenennen. "Wir unterstützen den Wettbewerb der Angewandten für eine Umgestaltung des Lueger-Denkmals. Wir regen seit Jahren an, auch den Lueger-Ring und den Lueger Platz umzubenennen", so die Kultursprecherin der Grünen Wien, Marie Ringler. FPÖ: Hände weg vom Denkmal Die FPÖ sprach sich in einer Aussendung gegen eine Umgestaltung des Denkmals aus und sprach von einer "ideologisch motivierten Denkmalstürmerei". FPÖ-Abgeordnete Veronika Matiasek forderte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auf, einzuschreiten. "Das im Jahre 1926 zu Ehren Luegers errichtete Denkmal sei aus seiner Zeit heraus zu verstehen und müsse in dieser Form auch weiter bestehen bleiben", hieß es in der Aussendung. Lueger habe als Bürgermeister Wiens unglaublich viel geleistet. Dies sei auch von politisch Andersdenkenden so zu akzeptieren. Um Entwicklung der Stadt verdient gemacht. ÖVP: "Kein adäquates Mittel" "Der Antisemitismus Luegers ist selbstverständlich eindeutig klar und entschieden zu verurteilen und abzulehnen. Zweifellos hat er sich aber als großer Bürgermeister auch um die Entwicklung der Stadt Wien verdient gemacht", so ÖVP-Wien- Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf. Die Umgestaltung des Lueger-Denkmals sei aber kein adäquates Mittel, den Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts mit Totalitarismus und Holocaust gerecht zu werden. Aufklärende Informationen bei entsprechenden Denkmälern wären für das Geschichtsbewusstsein der Stadt wesentlich zielführender, so Wolf. Wien
- Das Schema einer Abrissbirne überlagert das Denkmal für Karl Lueger,
von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien. Mit diesem Plakatmotiv
startet ein Arbeitskreis der Wiener Universität für angewandte Kunst
einen internationalen Wettbewerb zur Umgestaltung des 1926 enthüllten
Monuments in ein Mahnmal gegen Antisemitismus und Rassismus in
Österreich. "Die Abrissbirne steht nicht für das Abreißen, sondern für
das Einreißen der verklärenden Hülle", so Lilly Panholzer, eine der im
Arbeitskreis vertretenen Studentinnen, anlässlich der Präsentation des "Open Call", der ab sofort bis 1. März 2010 läuft. Initiator Martin Krenn: "Das ganze Projekt soll ein Anstoss für eine Diskussion sein. Ein wesentlicher Bestandteil der Initiative zur Denkmalsumgestaltung
ist laut Krenn die in deutsch und englisch gehaltene Website www.luegerplatz.com,
auf der sich nicht nur Details zur Einreichung, sondern auch zu Lueger
und seiner Rolle als Wegbereiter des Antisemitismus finden. Mit dem
Projekt sollen neben Künstlern auch Studierende unterschiedlicher
Fachrichtungen sowie Schulen erreicht werden. Die eingereichten
Entwürfe werden Ende März 2010 von einer internationalen Jury, der
unter anderem die Historikerin Eva Blimlinger, die Künstlerin Lisl
Ponger, Angewandte-Direktor Gerald Bast und Schriftsteller Doron
Rabinovici angehören, begutachtet und anschließend in einer Ausstellung
und einem Projektkatalog präsentiert. Hinsichtlich des siegreichen
Entwurfes will sich der Arbeitskreis für eine Umsetzung einsetzen. |