Das Projekt gliedert sich in drei Teile:

- Internetpage mit dem Titel "SchülerInnenforum", in der Statements von Euch zur Schule veröffentlicht werden.
- Plakatserie mit Euren Texten, die auf Plakatflächen gezeigt wird.

- Ausstellung, die mit einer Gruppe engagierter SchülerInnen aus verschiedenen Wiener und Berliner Schulen gestaltet wird.

Konzept der Ausstellung "MACHT UND GEHORSAM - Schule unterrichtet" in der Passagegalerie des Künstlerhauses (14. Jan. [Vernissage 19h] - 21. Feb. 99)

Die Ausstellung „MACHT UND GEHORSAM - Schule unterrichtet“ versucht das Thema Schule und Erziehung in das Kunstfeld einzubringen und zeigt die Meinungen und Stellungnahmen von SchülerInnen, gekoppelt mit „Fundstücken“, anhand welchen schulische Machtstrukturen zu erkennen sind.
„MACHT UND GEHORSAM - Schule unterrichtet“, versucht die Bedeutung von Schule in der Gesellschaft aufzuzeigen und sich kritisch mit ihrer Funktionsweise auseinanderzusetzen. Die Strukturen und Wirkungsweisen staatlicher Schulen werden gemeinsam mit den Beteiligten untersucht und Alternativen dazu vorgestellt.

Die Ausstellung wird sich räumlich in mehrere Bereiche unterteilen, die jeweils gewisse Facetten zu Schule und Erziehung thematisieren.

1. Bereich
In diesem Bereich werden „Fundstücke“ aus dem Feld Schule und Erziehung, die aufzeigen, wie das Schulsystem reglementiert wird, präsentiert.

Gemeinsam mit SchülerInnen werden diese offiziellen Schriftstücke und Fotografien aufgespürt. Schriftstücke, wie zum Beispiel Hausordnungen, die das Verhalten der SchülerInnen in der Schule festlegen, weiters Fotos von Schulen und SchülerInnen aus Schuljahresberichten und anderen offiziellen Publikationen dokumentieren „erwachsene“ Idealvorstellungen eines sauberen, reibungslos funktionierenden Schulbetriebes.

Fotos von SchülerInnen, wie sie ihre Schule sehen, werden diesen Bereich ergänzen.

Die Fotos sollen Problembereiche der Schule und Orte, die in offiziellen Darstellungen nicht vorkommen, zeigen. Bei Diskussionen im SchülerInnenforum und bei persönlichen Gesprächen mit SchülerInnen soll die Wahl der Sujets, die dann fotografisch aufgearbeitet werden, festgelegt werden. SchülerInnen wird Fotomaterial (Filme, eventuell Kamera) zur Verfügung gestellt und sie werden ersucht, Fotos von ihrer Schule und ihrem Schulalltag herzustellen.

Die AusstellungsbesucherInnen können somit aus der unmittelbaren Sicht der Betroffenen heraus erkennen, wie SchülerInnen das Innere des Schulraumes und Schulbetriebes, in welchem sie leben und lernen, wahrnehmen.

Somit wird die offizielle Ansicht, wie Schule auszusehen hat beziehungsweise aussieht, dem subjektiven Empfinden und Erleben der SchülerInnen gegenübergestellt und Übereinstimmungen und Widersprüche werden aufgezeigt..

2. Bereich
Das Internetprojekt „SchülerInnenforum“ soll während der Ausstellung den BesucherInnen am Computer präsentiert  werden. Auf einer einfach zu bedienenden Oberfläche können schulkritische Statements von SchülerInnen eingesehen und Stellungnahmen dazu abgegeben werden, die dann wieder im Internet veröffentlicht werden.

SchülerInnen äußern sich im SchülerInnenforum kritisch zum momentan Schulsystem. Auf dieser Internetseite werden persönliche Erfahrungen von SchülerInnen veröffentlicht. Die vorgeschriebenen Lerninhalte werden daraufhin untersucht, inwieweit sie den Bedürfnissen der SchülerInnen entsprechen. Die vorgeschriebenen Schulfächer werden auf ihre gesellschaftliche Notwendigkeit hin überprüft. Selbstbestimmtes Lernen (das heißt einerseits auf individuelle Interessen abgestimmtes Lernen und andererseits von SchülerInnen gemeinsam erarbeitete Lernformen) und daraus resultierende Unterrichtsmethoden werden diskutiert. Alle eingelangten Statements werden veröffentlicht - Macht und Gehorsamsstrukturen in der Schule werden aufgezeigt und in Frage gestellt.

3. Bereich
Ein Interview-Video, hergestellt von einer Gruppe von SchülerInnen der Alternativschule "SchülerInnenschule-Wien" zeigt Interviews mit SchülerInnen aus Regelschulen.

Alternativschulen sind Schulen, die sich meist aus Elterninitiativen der 70 er Jahre entwickelt haben und stellen eine von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern selbstverwaltete Schulform dar (gemeint sind nicht Waldorf- bzw. Rudolf Steiner Schulen).

Das Video soll einen Vergleich zwischen alternativen Schulmodellen, die sich an antiautoritären, in gewissen Bereichen sogar antipädagogischen Theorien orientieren und dem momentan vorherrschenden Regelschulmodell, ermöglichen.

Das S-VHS Video wird ungefähr 30 Minuten lang sein und auf einem Endlosband während der gesamten Dauer der Ausstellung ablaufen.

 

Durch gezielte Bewerbung sollen auch Menschen außerhalb des Kunstfeldes animiert werden, „Macht und Gehorsam – Schule unterrichtet“ zu besuchen (z.B. werden Führungen durch die Ausstellung für Schulklassen angeboten).

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