Ich versuche im Sinne eines erweiterten
Kunstbegriffs, außer-künstlerische gesellschaftlich relevante
Themen im Kunstkontext und im öffentlichen Raum zur Diskussion zu
stellen.
In dem Projekt „MACHT UND GEHORSAM – Schule
unterrichtet“ soll Kunst mittels eines Diskussionsforums (SchülerInnenforum)
und Plakaten als Träger politischer und gesellschaftlicher Diskussion
fungieren, die Diskussion wird dann wieder mittels einer Ausstellung in
den Kunstkontext zurückgeführt werden.
Obwohl die Schule gesamtgesellschaftlich
wirkt, ist die Gruppe, die am direktesten und stärksten davon betroffen
ist, sicherlich die der SchülerInnen. Aus diesem Grund ist es besonders
wichtig, den Positionen der SchülerInnen Ausdruck zu verleihen und
mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Dieses Projekt wendet sich nicht gegen
LehrerInnen oder gegen Bildungserwerb. Vielmehr sollen hier die Strukturen,
wie Bildung vermittelt wird, untersucht und kritisch hinterfragt werden.
Gruppe NEUE SCHULE-Wien:
Bei zahlreichen Schulbesuchen, wo ich das
Projekt vorgestellt habe, wurden Kontakte zu SchülerInnen geschlossen,
die bei der Gestaltung der Ausstellung und der Plakate mitwirken wollten.
Nach mehreren Arbeitstreffen kristallisierte
sich eine Kerngruppe, bestehend aus Alternativ- und RegelschülerInnen,
mit dem Namen NEUE SCHULE.
Gemeinsam wurde die Auswahl der SchülerInnenstatements
für die Plakate getroffen, das Layout überarbeitet und das Konzept
für die Ausstellung diskutiert.
Zahlreiche Diskussionen über Veränderungen
des Schulsystems ergänzten die strategischen und konzeptionellen Überlegungen.
K.R.Ä.T.Z.Ä.-Berlin
Kinderrechtsprojekt im Prenzlauer Berg
http://privat.schlund.de/k/kraetzae
Selbstdarstellung
Wir KinderRÄchTsZÄnker (kurz:
K.R.Ä.T.Z.Ä.) sind eine Gruppe von etwa 25 Menschen zwischen
12 und 18 Jahren. Wir setzen uns für die Gleichberechtigung von Kindern
und Erwachsenen ein. Seit unserer Gründung im Herbst 1992 haben wir
durch verschiedene Aktionen versucht, auf die mangelhafte Rechtsstellung
von Menschen unter 18 aufmerksam zu machen. 1993 erarbeiteten wir einen
Entwurf für eine Kinderrechtsfibel („KinderRÄCHTzwiebel“),
in der Ungerechtigkeiten gegenüber
Kindern aufgelistet und zur Diskussion gestellt wurden. Im Sommer 1994
brachten wir das Plakat „Was wir an der Schule falsch finden“ heraus. Auf
diesem Plakat haben wir unsere grundsätzliche Schulkritik in 14 Punkten
zusammengefaßt. Durch die Zusammenarbeit mit dem GRIPS-Theater am
Stück „Die Moskitos sind da!“ setzten wir uns mit dem „Wahlrecht für
Kinder“ auseinander. Wir kamen zu der Überzeugung, daß das Wahlrecht
ohne Altersgrenze die einzige demokratische Lösung ist. Im August
1995 reichten dann zwei KinderRÄchTsZÄnker (13 und 16 Jahre alt)
eine Verfassungsbeschwerde wegen Vorenthaltung des Wahlrechts beim Bundesverfassungsgericht
in Karlsruhe ein. Die Beschwerde wurde aber aus formalen Gründen nicht
zur Verhandlung zugelassen. Im Sommer 1996 fuhren 20 K.R.Ä.T.Z.Ä.-Leute
nach Nicaragua, um sich mit der Bewegung der arbeiten Kinder zu treffen
und sich mit dem Thema Kinderarbeit auseinanderzusetzen. Eine weitere spektakuläre
Aktion war die Verweigerung des Chemie-Unterrichts des K.R.Ä.T.Z.Ä.-Mitglieds
Benjamin Kiesewetter. Wir sind dafür, die Schulpflicht durch ein Recht
auf Bildung zu ersetzen. Vor allem in den letzten zwei Jahren erschienen
hunderte Zeitungsartikel, dutzende Radio- und über 20 Fernsehbeiträge
sowie ein 45minütiger Dokumentarfilm über K.R.Ä.T.Z.Ä.
Außerdem werden wir jedes Jahr zu einer Vielzahl Veranstaltungen
im ganzen Bundesgebiet eingeladen. Wir treffen uns mindestens zweimal wöchentlich
in unserem eigenen Laden in der Dunckerstr. 11 in Berlin Prenzlauer Berg.